Tarifvertrag papier ig bce

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Während das Lohn­niveau im Chemiesektor gleich bleibt, garantiert der neue Tar­ifver­trag Pauschalzahlungen in Höhe von 550 € (611 EUR bzw. 715 EUR für Schichtar­beiter und 150 EUR für Auszu­bildende). Diese mussten bis Juni 2010 bezahlt werden. Die Sozial­partner kamen jedoch überein, die Zahlung flex­ibel zu behan­deln. Das bedeutet, dass Arbeit­geber und Betrieb­sräte die Zahlungen in Unternehmen in wirtschaftlicher Not auf 300 Euro (333 Euro bzw. 390 Euro für Schichtar­beiter) ver­schieben oder reduzieren können. In diesem Fall muss ein sep­a­rater Gesellschaftsver­trag aus­ge­han­delt werden. Arbeit­nehmer in Unternehmen, die nicht stark von der Wirtschaft­skrise betroffen sind, erhalten einen zusät­zlichen Bonus von 200 € (222 € bzw. 260 € für Schichtarbeiter).

Arbeit­geber und Betrieb­srat müssen sich darauf einigen, diese Möglichkeit in ihrem Unternehmen auszuüben. Bei Mei­n­ungsver­schieden­heiten entscheiden die Sozial­partner auf nationaler Ebene. Der Abschluss dieses Abkom­mens war ein lang­wieriger Prozess, bei dem Die Men­schen auf die Straße gingen, um ihre Unter­stützung für die IG BCE zu zeigen. Indus­triALL beglück­wün­scht den neuen Tar­ifver­trag, der das Ergebnis solider Arbeits­beziehungen ist. Am 21. April 2010 gaben die Indus­triegew­erkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE) und der Bun­desver­band der Chemis­chen Arbeit­ge­berver­bände (BAVC) in einem Presseartikel den Abschluss eines neuen Tar­ifver­trags in der Branche bekannt. Sie hat eine Laufzeit von 11 Monaten und wird je nach Region zwis­chen dem 1. April 2010 (rück­wirkend) und dem 1. Juni 2010 550.000 Mitar­beiter in 1.900 Betrieben umfassen. BAVC und IG BCE vere­in­barten ferner, die Beschäf­ti­gung im Chemiesektor zu sichern, und ver­ab­schiedeten einen Maß­nah­menkat­alog, der vor Ent­las­sungen von Unternehmen zu prüfen ist. Solche Maß­nahmen können Kurzarbeit (DE0909029I, DE0904039I) oder die Beru­fung auf tar­i­fliche Öff­nungsklauseln (DE0606019I) umfassen. Der Arbeit­geber hat konkrete Gründe anzugeben, wenn diese Instru­mente nicht berück­sichtigt werden, und dem Betrieb­srat die Sit­u­a­tion zu erläutern.

Darüber hinaus werden die Sozial­partner regionale Net­zw­erke ein­richten, um beispiel­sweise Mitar­beiter von angeschla­genen Unternehmen mit anderen Unternehmen zu beauf­tragen. IG BCE-​​Präsident Michael Vas­sil­iadis betonte in einer Presseerk­lärung, dass die neue Vere­in­barung ein her­vor­ra­gendes Ergebnis für die Beschäftigten der Branche sei und den unter­schiedlichen Bedürfnissen in der Branche gerecht werde. Peter Haus­mann, Vor­standsmit­glied der IG BCE, betonte, dass der jüngste Tar­ifver­trag der jün­geren Gen­er­a­tion neue Per­spek­tiven eröffnet und Arbeit­splätze gesichert habe. Die IG BCE hatte bewiesen, dass Tar­ifver­hand­lungen auch unter schwierigen Umständen funk­tion­ieren können. Die Sozial­partner der Branche entwick­elten neue Mod­elle und weg­weisende Lösungen. Hans-​​Carsten Hansen, der die Ver­hand­lungen für BAVC leitete, erk­lärte in dem oben erwäh­nten Presseartikel, dass die Sozial­partner eine solide Grund­lage für die Sicherung der Beschäf­ti­gung in den kom­menden Monaten geschaffen hätten. Er betonte die Bedeu­tung des neuen Fonds für die Unter­stützung von Unternehmen und ihren jungen Mitar­beitern. Der Präsi­dent des BAVC, Eggert Voscherau, wies darauf hin, dass die globale Finanz– und Wirtschaft­skrise die größte Her­aus­forderung sei, vor der die Sozial­partner in den let­zten Jahrzehnten standen.

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