Tarifvertrag bäckerhandwerk nrw 2018

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Die wichtig­sten Ele­mente, die in diesem Kapitel zur Charak­ter­isierung der Tar­ifver­hand­lungssys­teme herange­zogen werden, sind die fol­genden: Die Nationale Ver­mit­tlungsstelle ist die Behörde, die Ver­mit­tler für Tar­if­stre­it­igkeiten stellt, effiziente Lohn­bil­dung­sprozesse fördert und öffentliche Lohn­sta­tis­tiken bere­it­stellt. Das Haupt­prinzip ist jedoch die frei­willige Ver­mit­tlung, da die Sozial­partner selbst die Ver­ant­wor­tung für Ver­hand­lungen und Tar­ifverträge übernehmen. Im Falle von Stre­it­igkeiten über die Gefahr eines Streiks oder einer Aussper­rung als Gefahr für die Gesellschaft gibt es Son­der­auss­chüsse, die diese Stre­it­igkeiten bei­legen können. Zu diesen Kon­flik­tlö­sungs­gremien gehören Vertreter der beteiligten Sozial­partner, manchmal in Zusam­me­nar­beit mit unab­hängigen Sachver­ständigen. In einigen Län­dern beteiligen sich Gew­erkschaften und Arbeit­ge­beror­gan­i­sa­tionen an sek­toralen Ini­tia­tiven, die darauf abzielen, die Anpas­sungs­fähigkeit des Arbeits­marktes zu verbessern, indem sie den Über­gang in den Arbeits­markt erle­ichtern und den Arbeit­nehmern die in einer sich wan­del­nden Arbeitswelt erforder­lichen Qual­i­fika­tionen ver­mit­teln. Lohnko­or­dinierung: Die Lohnko­or­dinierung zwis­chen sek­toralen Vere­in­barungen (oder wie im Falle Japans zwis­chen Vere­in­barungen auf Unternehmensebene) hilft den Ver­hand­lungs­führern, die makroökonomis­chen Auswirkungen der in Tar­ifverträgen fest­gelegten Bedin­gungen zu inter­nal­isieren. Dies wird in der Regel dadurch erre­icht, dass Lohn­er­höhungen im nicht han­del­baren Sektor an das angepasst werden, was der han­del­bare Sektor leisten kann, oder indem die Fähigkeit des Sys­tems gestärkt wird, Löhne oder Arbeit­szeiten angesichts eines makroökonomis­chen Abschwungs anzu­passen. Die Koor­dinierung kann daher als Instru­ment für Lohnzurück­hal­tung und Lohn­flex­i­bil­ität über den Kon­junk­turzyklus mit poten­ziellen Vorteilen für Beschäf­ti­gung und Wider­stands­fähigkeit dienen. Nr. 22.

Wenn die jährlichen Wach­s­tum­sraten der Löhne und der Pro­duk­tiv­ität anstelle ihres Niveaus analysiert werden, sind die Ergeb­nisse ähn­lich. Da die Wach­s­tum­sraten kurzfristigere Anpas­sungen erzielen, deutet dies darauf hin, dass Tar­ifver­hand­lungen die Art und Weise bee­in­flussen kön­nten, wie die Löhne sowohl kurz– als auch langfristig fest­gelegt werden. Die Tar­ifver­hand­lungssys­teme stehen in vielen OECD-​​Ländern am Schei­deweg. Tech­nol­o­gis­cher und organ­isatorischer Wandel, glob­aler Wet­tbe­werb und ein Trend zur Dezen­tral­isierung der Ver­hand­lungen durch Reformen in den 90er Jahren und während der glob­alen Finanzkrise haben die Rolle der Gew­erkschaften und Arbeit­ge­beror­gan­i­sa­tionen beein­trächtigt und den Umfang der Tar­ifver­hand­lungen ver­ringert. Obwohl die Stre­it­bei­le­gung grund­sät­zlich frei­willig ist, können beson­dere Umstände sie zwin­gend vorschreiben. Das Nationale Ver­mit­tlungsamt kann in einigen Sit­u­a­tionen (z. B. bei Arbeit­skampf­maß­nahmen) Medi­a­toren ernennen, auch ohne Zus­tim­mung der beteiligten Partner.

Darüber hinaus kann die Regierung über eine oblig­a­torische Schlich­tung für Verträge im Zusam­men­hang mit dem gemein­samen Inter­esse entscheiden, z. B. für Beamte. (2013 wurde dem Mitbes­tim­mungs­ge­setz ein Absatz hinzuge­fügt, der die Rolle des Nationalen Ver­mit­tlungsamts als Ver­hand­lungs­führer in Bezug auf Tar­ifver­hand­lungen zwis­chen Sozial­part­nern und nicht zwis­chen Einzelper­sonen stärkt). [45] Schulten, T. (2013), “Aktuelle Trends bei tar­i­flichen Löhnen und Lohn­drift in Europa 2001–2010″, Hans-​​Böckler-​​Stiftung Policy Paper. Es ist nicht klar, welche Auswirkungen diese Reformen auf die Ver­hand­lungen auf Unternehmensebene haben. Die Zahlen bis 2015 zeigen, dass die Zahl der Vere­in­barungen auf Unternehmensebene weit­ge­hend kon­stant war13, was darauf hin­deutet, dass die jüng­sten reg­u­la­torischen Änderungen keine wesentlichen Auswirkungen auf die Prä­valenz von Tar­ifver­hand­lungen auf Unternehmensebene hatten. Es bedeutet auch, dass der neue Rahmen in der Praxis den Unternehmen bisher nicht viel zusät­zlichen Spiel­raum in Bezug auf die Lohn­flex­i­bil­ität bietet.

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